Berufsschule

Die Ausbildung zum FaMI erfolgt dual – zumindest ist mir diese Ausbildungsform ausschließlich bekannt. Das bedeutet, dass Berufsschule und Betrieb kombiniert werden. Ich persönlich kenne dabei nur die Blockaufteilung, bei der ein Ausbildungsblock im Betrieb und ein Block in der Schule stattfindet. Möglicherweise existieren auch andere Modelle, da andere Berufsausbildungen auch andere Modelle besitzen. Die genaue Aufteilung spielt für euch jedoch keine Rolle, da die Anmeldung zur Berufsschule über den Ausbildungsbetrieb erfolgt und ihr darauf keinen Einfluss habt. Zusätzlich sind Pflichtpraktika vorgesehen, die idealerweise in anderen Fachrichtungen absolviert werden sollten.

Ausbildungs- und Praktikumsstellen: DAPS.

DAPS ist die Datenbank der Ausbildungsstätten, Praktikumsstätten und Studienmöglichkeiten im Bereich Archiv, Bibliothek und Dokumentation. Ihr findet dort eine Liste der Ausbildungsstätten, der Praktikumsstätten, der Schulen/ Berufsschulen, der Hochschulen und eine Liste von Institutionen. Oft gefragt sind die Schulen/ Berufsschulen, wobei man durch die Ausbildungsstätten eh einer Schule zugewiesen wird, aber man kann sich zumindest im Vorfeld informieren.


Die Berufsschule hat verschiedene Unterrichtsfächer und funktioniert im Prinzip wie eine gewöhnliche Schule – nur mit einigen spezifischen Fächern, die auf die Ausbildung abgestimmt sind. Es gibt folgende Fächer (sofern ich keins vergessen habe): 

  • Medien- und Informationsdienste (MI)
  • Service und Beratung (SEBE)
  • Wirtschaftskunde (WI)
  • Englisch
  • Sozialkunde (SOZ)
  • Sport

MI und SEBE sind die wichtigsten Fächer und Kern des Berufs. Beide sind besonders praxisnah und man kann daraus viele hilfreiche Kenntnisse ableiten. Wenn diese Fächer in mehrfachen Doppelstunden unterrichtet werden, kann es zwar manchmal etwas viel werden, aber trotzdem bleibt genug Raum zum Mitmachen. Datenbanken und Suchmaschinen sind ein beliebtes Thema.

 

WI ist evtl. interessant, aber das Thema ist insgesamt leider eher langweilig. Bei dem Fach werden einfache Mathekenntnisse benötigt, u.a. bei der Prozentrechnung. Persönlich hat mir das Fach nicht viel gebracht, aber es ist sicherlich notwendig. Hier ging es letztlich nur ums stumpfe Auswendiglernen, was mir nicht liegt.

 

Englisch im Unterricht ist bedingt hilfreich, da bei vielen Personen in der Klasse auch viele unterschiedliche Level zusammenkommen. Auch ist der Unterricht anders als praktischer Einsatz der Sprache. Wie bereits erwähnt, sollte man zumindest Angebote für Zertifikate nutzen, sofern die angeboten werden.

 

Sozialkunde (SOZ) im Unterricht hatte bestimmt irgendwas sinnvolles dabei. Woran ich mich erinnere, sind Arbeitsblätter, bei denen noch nicht mal die Lösungen ausradiert wurden, sodass man die Arbeitsblätter, die man in Stillarbeit bearbeiten sollte, nicht bearbeiten musste. Da stellt sich auch in anderen Teilen die Frage der Mühe und Qualität. Zwei Bücher wurden in der Zeit gelesen und besprochen, bzw. in Arbeiten behandelt.

 

Sport war in Ordnung, vor allem wenn einfache Übungen für den Rücken oder ähnliches gemacht wurden. Das Konzept von Schulsport finde ich aber generell fragwürdig. Das Fach existiert und ist für die Anerkennung der Ausbildung notwendig, aber wirklich sinnvoll erscheint es mir nicht. Ich habe stattdessen viel privat Sport gemacht. Beispiel: Warum sollte man morgens Schulsport machen und danach in zwei verschiedenen Fächern Prüfungen schreiben?

  • In der Ausbildung fehlen einige sinnvolle Themen, wie Medien-Reparatur, Grundlagen des Personalwesens oder Prozessmanagement. Mit solchen Punkten, die man selber dazu erarbeiten sollte, wäre der schulische Teil der Ausbildung deutlich aufgewertet.
  • Zum Thema Prüfungen: Es kann auch mal passieren, dass Klausuren schlecht ausfallen, obwohl Ihr für euer Fachwissen gelobt werdet. Manche Aufgaben verlangen komplexe Antworten, und es reicht schon, wenn man einen geforderten Teilaspekt vergisst. So habe ich einmal eine Arbeit mit der Note 5 zurückbekommen, obwohl darunter stand, dass ich sehr gutes Fachwissen gezeigt habe – nur waren die Antworten eben nicht vollständig. Letztlich ist das egal, da es ohnehin auf die Zwischen- und Abschlussprüfung ankommt. Die Klausuren vorher dienen eigentlich nur dazu, die eigene Geschwindigkeit und Genauigkeit zu testen. Tatsächlich ist es auch hier, wie in anderen Schulformen, unsinnig, Schüler durch Noten unter Druck zu setzen, anstatt die Inhalte gezielt nachzuarbeiten. Zum Glück teilten unsere Lehrer diese Auffassung. Parallelklassen hatten da, wie ich hörte, weniger Glück.
  • Die Organisation der Berufsschulblöcke, im Kontext zur Arbeitszeit und Urlaub, war manchmal unpraktisch. Man bekommt teilweise vorgaben zur Urlaubsplanung. Es war sinnvoll, Urlaub zwischen den Schulblöcken zu nehmen, da dies für bestimmte Ausbildungsabschnitte praktischer oder zeitlich nicht anders machbar war. Gleichzeitig bedeutete das aber auch eine lange Abwesenheit vom Arbeitsplatz. Zudem kann man bei der Urlaubsplanung nicht immer flexibel sein, da man sich nach den Fachkräften im Betrieb richten muss, die ebenfalls Urlaub nehmen. Urlaub zwischen Schulblöcken kann dazu genutzt werden, um Inhalte zu lernen. Wenn ich einen Tipp geben darf: nutzt die Urlaubszeit zumindest teilweise für Fortbildungen und wenn die selbst gezahlt werden..
  • Die Anforderungen der Berufsschulen variieren je nach Region, was mitunter ein Problem darstellt. Je nach Bundesland werden Abschlüsse aus anderen Bundesländern nicht immer gerne gesehen. Das bekannteste Beispiel, das mir dazu einfällt, ist Berlin vs. Bayern. Lustigerweise vermeidet man meistens Datenübernahmen aus dem BVB und betrachtet diese eher skeptisch – obwohl Bayern für seinen hohen Leistungsanspruch bekannt ist. Für mich ist es auch ein Stück Heimat, daher nehme ich mir die Freiheit für die kleine Kritik.

Interessante Webseiten

Recherche:

Bibliothekarisches Glossar:

Die Glossarseiten aus meiner Ausbildungszeit gibt es inzwischen nicht mehr. Die Zeit holt viele FaMI-Projekte ein. 

Für FaMIs:

Auf der Seite fami-portal findet Ihr eine Menge Information und einen regen Austausch, sowie Stellenausschreibungen und mehr. Ich habe das Portal nie genutzt, aber es sieht empfehlenswert aus. Lesen könnt Ihr zumindest öffentliche Einträge auch so und bei Fragen findet Ihr Leute die Antworten geben.

 

[http://famibase2punkt0.wordpress.com ; Die Seite scheint seit 2013  nicht mehr weitergeführt zu wenden.]  Verknüpft mit einer Literaturdatenbank auf http://www.librarything.de gibt dieses Blog Auskunft zu vertiefender Literatur für die Ausbildung & die prüfungsrelevanten Fächer. Die Literaturlisten für die entsprechenden Themen sind auf den jeweiligen Blog-Seiten verlinkt. 


Wörterbücher & Übersetzer

Online Wörterbücher und Onlineübersetzer / u.a. DE EN ; immer wieder sehr hilfreich, auch später im Beruf.  

  • www.dict.cc/ (hab ich immer benutzt)
  • www.woxikon.de/
  • www.woerterbuch.info/
  • www.pons.de/ 

Im Alltag nutze ich deepl und dict sehr oft. Deepl ist sehr verbreitet und funktioniert erstaunlich gut. Kennengelernt hatte ich den Dienst über Pressemeldungen, die das Programm positiv bewertet hatten. Dict benutze ich schon eine ganze Weile länger, sogar schon in der Ausbildung, um Übersetzungen von Wörtern nachzuschauen. Auch der Übersetzungsdienst von Google hat sich über die Jahre deutlich verbessert. 

 

Fun-Fact: Englisch habe ich überwiegend durch das Übersetzen von Texten und Chats in Online RPGs gelernt. Die Schule war nicht ganz so hilfreich dabei, bis auf Unterricht einer Referendarin, die echt gut war (so eine gute Lehrerin hatte ich davor nicht und danach nie mehr). Auch für mein Englisch-Zertifikat waren die Lerninhalte davor nicht sonderlich nützlich und die alten Kassetten waren auch nicht mehr mit der besten Tonqualität. 


Datenschutz und Rechtstexte für Webdienste

Auf den Seiten findet man u.a. Infos zu Rechtstexten und Textbeispiele. An den Seiten kommt man nicht vorbei, wenn man z.B. für die Ausbildung eine Projektseite einrichtet.

Man kann inzwischen auch die KI fragen. Eine Mischung aus allen Ressourcen ist die beste Wahl, wenn es nicht über kostenpflichte Lösungen laufen soll.


Urheberrecht

Eine Orientierung im Umgang mit dem Urheberrecht und mit urheberrechtlich geschützten Werken. Bitte beachtet dabei, dass diese Informationen keine rechtsverbindliche Auskunft darstellen. Tipp: je nach Bibliothek, gibt es ggf. lizenzierte juristische Datenbanken.

 

Urheberrecht in Deutschland

Das UrhG bildet die gesetzliche Grundlage für das Urheberrecht. Es regelt u.a., welche Werke geschützt sind, welche Rechte ein Urheber hat und enthält Bestimmungen zum Zitatrecht. Das UrhWissG definiert gesetzlich erlaubte Nutzungshandlungen im Bereich Bildung und Wissenschaft. Entsprechend ist es für die Arbeit in einer wissenschaftlichen Bibliothek, bzw. in Bibliotheken wichtig - u.a. für die Fernleihe oder Kopien-Service.

 

Weitere Informationen:

Gesetzlich erlaubte Nutzungen

Das UrhG regelt gesetzlich erlaubte Nutzungen, darunter:

  • Vervielfältigungen zum privaten Gebrauch (§ 44a, § 53)
  • Nutzungen für Unterricht und Wissenschaft (§ 60a, § 60b, § 60c)
  • Besondere gesetzlich erlaubte Nutzungen verwaister Werke (§ 61)
  • Bestimmungen für Computerprogramme (§ 69a)

Weitere Informationsportale

 

"Kreisläufe des Urheberrechts" - Die Kreisläufe des Urheberrechts am Beispiel Druckwerke, ist ein Informationsangebot von bpb. Unter dem nachfolgenden Link findet Ihr eine für die Bearbeitung des Themas ausreichende Seite der Bundeszentrale für politische Bildung / bpb. [Ob diese Info noch aktuell ist, habe ich nicht nachgeprüft.]:

https://www.bpb.de/gesellschaft/medien-und-sport/urheberrecht/169967/kreislaeufe-des-urheberrechts

 


Präsentationen

Vorträge und Präsentation in der Schule und in der Praxis:

 In der Schule werden häufig Vorträge gehalten, meist vor der Klasse. Auch in der Ausbildung und im Berufsleben gehören Präsentationen zum Alltag – sei es vor Kolleginnen und Kollegen oder Gästen. Diese können mit oder ohne visuelle Unterstützung erfolgen, als Führungen oder virtuell.

 

Präsentationen: Theorie vs. Praxis

Oft heißt es, man solle bei Präsentationen nicht alle Punkte einer Folie vorlesen, wenn Zuhörer sie selbst mitlesen können. In der Praxis ist das jedoch nicht immer korrekt – nicht jeder liest aktiv mit, besonders bei Online-Präsentationen. Daher ist es ratsam, alle wichtigen Inhalte verbal zu präsentieren und sich an den Folien entlangzuhangeln. Das machen auch Vortragende großer Firmen so. Allerdings sollte die Foliengestaltung klar und übersichtlich bleiben: Keine überladenen Inhalte oder vollständige Sätze auf jeder Folie. Für die Barrierefreiheit ist es zudem essenziell, alles mündlich zu erläutern. Ein Handout ist ebenfalls wichtig – entweder als separate Ergänzung oder in den Folien selbst.

Gestaltung der Folien

Logos wissenschaftlicher Institute, Sponsoren usw. können auf der ersten Folie erscheinen, sollten aber nicht wiederholt werden. In der Praxis sieht man oft überladene Folien von Akademikern, die in einer schulischen Bewertung schlecht abschneiden würden. Besonders problematisch wird es, wenn Logos wichtige Diagramme oder Stichpunkte verdrängen.

 


Feedback und Verbesserung in der Praxis

In der Schule werden Präsentationen benotet – in der Praxis gibt es meist informelles Feedback. Dort ist der Vorteil, dass Präsentationen oft mehrfach gehalten und optimiert werden können. Fehler wiederholen sich jedoch häufig und werden nicht immer korrigiert. Selbst große Unternehmen haben Präsentationen mit falschen Zahlen oder fehlenden Informationen, was meist keine großen Konsequenzen hat. Wichtig ist jedoch, bei zentralen Präsentationen im Berufsleben besonders sorgfältig zu sein, da negative Eindrücke länger haften bleiben als positive.

  • Beispielsweise habe ich Vorträge von einem großen Datenbankanbieter angehört und dabei auch 2-mal den gleichen Vortrag und die Fehler im Vortag waren identisch, obwohl darauf hingewiesen wurde. Laut anderen Personen war der Fehler sogar schon viel früher angesprochen worden und bleibt. Das ist aber kein Einzelfall. In der Praxis sind gerne mal Zahlen falsch, Folien sind unvollständig oder wurden vergessen oder die vortragenden Personen müssen nach Informationen suchen, die gerade fehlen usw. Oft werden Fehler nicht korrigiert. In den meisten Fällen ist das kein Problem, alle haben dafür Verständnis und im Grunde genommen ist es egal. In der Schule und bei ganz wichtigen Präsentationen im Berufsleben sollte man aber größte Sorgfalt walten lassen. Schlechte Eindrücke bleiben länger als positive, so könnte ich euch z.B. für die o.g. Fehler direkt die entsprechenden Firmen nennen, bei denen diese vorkamen und das waren keine kleinen Firmen, sondern große und speziell dafür eingesetztes Personal. 

Gruppenarbeiten: Sinnvoll oder unnötig?

 

In der Schule sind Gruppenarbeiten für Präsentationen üblich, doch ich hielt das Konzept immer für wenig sinnvoll. In der Praxis sieht man selten Präsentationen, die auf mehrere Personen aufgeteilt werden – es sei denn, es gibt einen fachlichen Mehrwert (Fachredner / Experten für einen Bereich, Gastredner). Häufig gibt es bei Online-Terminen eine Person, die den Chat betreut oder für Fachfragen hinzugezogen wird. Eine klassische Gruppenpräsentation, wie sie in der Schule verbreitet ist, findet außerhalb von Ausbildungseinrichtungen kaum Anwendung.

  • Frage an die KI - "Wie siehts Du das?": Ich sehe Gruppenarbeiten als zweischneidiges Schwert. Sie können großartig sein, wenn sie sinnvoll organisiert sind – also wenn jede Person eine klare Aufgabe hat und tatsächlich etwas zum Ergebnis beiträgt. In solchen Fällen fördern sie Teamarbeit, bringen unterschiedliche Perspektiven ein und helfen, komplexe Aufgaben effizient zu lösen. Gerade im Berufsleben sind Kooperation und Kommunikation entscheidend, weshalb Gruppenarbeit dort oft gefragt ist. Aber sie können auch frustrierend sein, wenn die Aufgaben nicht gut verteilt sind oder einige Teammitglieder wenig beitragen. In der Schule passiert es häufig, dass einzelne Personen die gesamte Arbeit erledigen, während andere sich zurücklehnen – das führt eher zu Frust als zu echtem Lerneffekt. Meiner Meinung nach hängt der Nutzen von Gruppenarbeiten stark davon ab, wie sie strukturiert sind und ob alle Beteiligten aktiv mitarbeiten.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, die Lehrkräfte bekommen zur Benotung zu wenig Rückmeldungen und bekommen zu wenig mit. Arbeitet jemand in der Schule absolut nicht mit, sagen die Lehrkräfte gerne, arrangiert euch, es geht um die Note. In der Praxis sagt man dann einfach, hey das klappt so nicht, ich mach das alleine oder die Person kanns alleine machen und die vorgesetzte Person koordiniert das dann. Letzteres hatte ich zum Glück noch nicht im Berufsleben, aber in der Schule. Absprachen, Brainstorming und Kontrollen von Inhalten die man erarbeitet hat, sind jedoch üblich.

  • KI: Das klingt nach einer sehr praxisnahen Beobachtung! In der Schule fehlt oft eine klare Verantwortungsstruktur in Gruppenarbeiten – Lehrkräfte sehen nur das Endergebnis, nicht die tatsächliche Verteilung der Arbeit. Dadurch entstehen Ungleichheiten, die von Schülern selbst geregelt werden müssen, oft ohne echte Konsequenzen für diejenigen, die wenig beitragen. Im Berufsleben ist das anders, weil klare Zuständigkeiten bestehen. Wenn jemand nicht mitarbeitet, kann das direkt angesprochen und gelöst werden, ohne dass andere darunter leiden müssen. Die Möglichkeit, Präsentationen durch Brainstorming oder Testläufe zu optimieren, sorgt zudem für ein realistischeres und flexibleres Arbeiten als in der Schule. Es zeigt sich, dass schulische Methoden nicht immer gut auf die Arbeitswelt vorbereiten.

 

Aus der Praxis:

Oft habe ich beobachtet, dass Online-Schulungen mit mehr als 20 Teilnehmenden von einer Person moderiert werden, während zwei weitere Personen auf Abruf für technische Unterstützung und den Chat bereitstehen. Es ist nicht selten, dass selbst erfahrene Vortragende mit der Moderation, dem Blick in die Kamera und der Chat-Interaktion gleichzeitig überfordert sind. Für Außenstehende mag dies schnell wie eine „Ressourcenverschwendung“ wirken – und in manchen Fällen mag das auch zutreffen –, doch die Struktur hat ihre Berechtigung.

  • Bei einem zweistündigen Vortrag für über 200 Teilnehmende hat eine Firma beispielsweise nur einen Vortragenden eingesetzt, der parallel auch den Chat überwachte. Das funktioniert, solange die Person sich mit dem System gut auskennt und nicht alle Zuhörenden gleichzeitig Nachrichten im Chat verfassen. Viele Vortragende lassen sich vom Chat ablenken, doch diese Herausforderung muss man überwinden – was allerdings nicht jedem gelingt.

Tipp: Fragen zum Vortrag sollten idealerweise in vorgesehenen Pausen oder gezielten Dialogphasen gestellt werden. Vermeidet Unterbrechungen während des Hauptteils. Euer Vortrag, eure Regeln – zumindest im Berufsleben! Man könnte auch den Chat bis zur Fragerunde deaktivieren oder einfach ausblenden (üblicher).

 

 

Praxis-Tipp: Einfach ausprobiere!

Kann man sich ausprobieren? Definitiv! Ich habe oft geschultes Personal erlebt, das sich bei Online-Präsentationen so stark auf die Kamera konzentriert oder erlernte Techniken zwanghaft umsetzt, dass die eigentliche Qualität darunter leidet. Ob ihr direkt in die Kamera schaut oder nicht – entscheidend ist, dass der Inhalt überzeugt.

  • Ein simples, aber oft vernachlässigtes Detail: Investiert etwas Zeit in ein gutes Kamerasetup. Spezielle Lampen und hochwertige Mikrofone machen einen enormen Unterschied – und sind nicht teuer. Dennoch scheitern viele Unternehmen und Institutionen genau daran. Hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle;
    • Generationenkonflikt & Technikaffinität – nicht negativ gemeint, aber seltener Umgang mit Technik kann eine Ursache sein.
    • Geringe Priorisierung – manche sehen keinen unmittelbaren Mehrwert.
    • Beratungsresistenz & Angst vor Veränderungen – häufig wird zuerst beobachtet, ob andere es ebenfalls umsetzen. Doch stattdessen sollte man einfach sein eigenes Ding machen und aufs Feedback achten. Es muss nicht immer alles beim Alten bleiben! 

 

Praxis-Tipp: Frühzeitige Öffnung von Online-Meeting-Räumen

Bei mehreren Schulungen von professionellen Anbietern habe ich festgestellt, dass die Online-Meeting-Räume oft zu spät oder erst genau zur Startzeit geöffnet werden. Bibliotheken handhaben das in der Regel besser.

Die Nachteile einer verspäteten Öffnung:

  • Keine technischen Prüfungen – Probleme können erst während der Sitzung behoben werden.
  • Wartezeit für Teilnehmende – Erst nach und nach treten alle bei, was die ersten Minuten unproduktiv macht.
  • Zusätzliche Komplikationen – Falls der Vortragende technische Schwierigkeiten hat, verschärft sich das Problem.
  • Empfehlung: Mindestens 15 Minuten Vorlaufzeit sollten eingeplant werden, um technische Checks durchzuführen und die Teilnehmenden einzulassen. Optimal ist ein Technik-Test-Raum, der bereits einige Tage vorab online verfügbar ist.
  • Tipp: Einige Anbieter stellen kostenfreie Online-Testräume zur Verfügung – einfach danach im Internet suchen.

Keine Panik bei Vorträgen:

Praxis-Tipp: „Ähm“ und Unsicherheiten beim Vortragen

In der Schule wird oft darauf hingewiesen, „Ähm“ und „Ähs“ zu vermeiden – was prinzipiell sinnvoll ist, aber in der Praxis nicht so dramatisch ist. Selbst erfahrene Rednerinnen und Redner, ob Wissenschaftler, Coaches oder Berater, neigen dazu. Entscheidend ist, dass längere Abschnitte klar vermittelt werden und das Fachwissen sicher beherrscht wird.

 

Unsicherheiten treten besonders bei spontanen Gegenfragen auf, etwa wenn Lehrkräfte oder Teilnehmende zusätzliche Informationen erwarten. In solchen Momenten zählt vor allem die Fähigkeit, strukturiert zu bleiben und den roten Faden nicht zu verlieren.

 

Schulprojekte als Vorträge?

Meiner Meinung nach sind Schulprojekte nur bedingt als Vorträge geeignet, da oft die nötige Tiefe fehlt. Die Bearbeitungszeit in der Schule reicht meist nicht aus, um ein Thema umfassend zu durchdringen. Zudem fehlt oft das passende Arbeitsumfeld für eine intensive Vorbereitung.

 

In der Praxis ist es entscheidend, sich ausreichend Zeit für die inhaltliche Ausarbeitung zu nehmen – denn je besser das Wissen verankert ist, desto souveräner wird der Vortrag.

 

(Wie schon erwähnt: Folien "abzuarbeiten" kann man mit Barrierefreiheit rechtfertigen, aber Diskussionen mit Lehrkräften sind vermutlich die Folge.)

Tipp:

  • Präsentations-Karaoke
  • Mehrere Auszubildende im eigenen Betrieb? Fragt, ob Ihr ab und an eine Konferenz zu unterschiedlichen Themen halten dürft. So können alle die Technik ausprobieren. 

Das ist ein großartiger Ansatz, um Vorträge dynamischer und angenehmer zu gestalten! Interaktive Präsentationen haben den Vorteil, dass sie für das Publikum ansprechender sind und den Vortragenden entlasten. Anstatt einen starren Monolog zu halten, kann man das Publikum aktiv einbinden, Fragen stellen oder gezielt auf Erfahrungsberichte eingehen. Das reduziert den Druck und macht die Atmosphäre entspannter.

 

Besonders in beruflichen Kontexten kann eine moderierte Diskussion oder eine Mischung aus Präsentation und Austausch die Aufmerksamkeit der Zuhörer erhöhen und gleichzeitig wichtige Inhalte vermitteln. Natürlich gibt es Menschen, die lieber eine strukturierte Präsentation erwarten, doch oft ist das aktive Einbeziehen effektiver.

 

In der Berufsschule bleibt es häufig beim klassischen Vortrag – das liegt an der Benotung und an festen Strukturen. Aber wer es schafft, auch dort kleine interaktive Elemente einzubauen, kann sich oft besser verständlich machen und für mehr Interesse sorgen.

 


Präsentationen - Technische Ausstattung

Grundgedanken zur technischen Ausstattung für Online- und Hybrid-Schulungen. Ihr müsst nicht die teuersten Geräte kaufen, um gute Ergebnisse zu erzielen. Ein kleines, technisch passendes Setup reicht oft völlig aus.

 

Ton:

Ein Headset genügt und kann sogar preiswert sein – von leichten Büro-Headsets bis hin zu Gaming-Headsets in verschiedenen Preisklassen (ab ca. 40 € aufwärts). Bei der Arbeit nutzen wir 40 €-Büro-Headsets mit solider Qualität. Privat hatte ich Gaming-Headsets für 80 € und 150 €, die einwandfrei funktionierten. Falls ihr keine Orientierung habt, helfen Markenvergleiche, Testberichte und Videos im Internet bei der Auswahl.

Alternativ gibt es Mikrofone mit Halterung, die sogar günstiger sind. Mein Mikrofon hat 35 € gekostet und liefert eine gute Leistung. Ähnliche Modelle gibt es reichlich – kein Muss, aber eine nützliche Anregung. Beispielsweise das [ggf. Werbung durch die Nennung] AOKEO Condenser Microphone im Beitrag auf meiner anderen Seite. Man kann sich sehr gut nach ähnlichen Produkte umschauen. Das sind keine Musterlösungen, aber Anregungen.

 

Achtung: Lautsprecher parallel zum Mikrofon können Doppelungen im Ton oder Rückkopplungen verursachen.

 

Bild:

Für die Kamera braucht ihr euch nicht übermäßig Gedanken zu machen. Die meisten Webcams reichen völlig aus. Einfache USB-HD-Webcams funktionieren gut – im Büro nutzen wir eine ältere, aber zuverlässige Webcam. Eine teure Kamera ist nicht nötig. Laptop- oder On-Board-Kameras reichen oft für Vorträge.

  • Kameraposition beachten: Webcams auf Laptops sind oft fix, was bei ungünstigen Winkeln unvorteilhaft wirkt.
  • Ein Standfuß für freie Webcams kann sinnvoll sein, um eine passende Perspektive zu finden.

Tipp: Fotografiert euch mit verschiedenen Geräten und Positionen, um herauszufinden, welche Kameraeinstellung am besten funktioniert.

 

Beleuchtung:

Gute Beleuchtung ist essenziell:

  • Tageslichtlampen sorgen für eine gleichmäßige Ausleuchtung ohne Schatten.
  • Warme, orangefarbene Lampen sind ungeeignet.
  • Ringstrahler für Webcams oder dimmbare Tageslichtlampen sind ideal.
  • Falls möglich, verwendet einen Diffusor, um Reflexionen oder störende Lichtpunkte zu vermeiden.

Software und Präsentationssicherheit:

Moderne Betriebssysteme ermöglichen mehrere Desktop-Oberflächen, sodass ihr eine leere Arbeitsoberfläche für Präsentationen nutzen könnt. Zusätzliche Empfehlungen:

  • Browser prüfen: Arbeitsseiten oder private Inhalte nicht sichtbar lassen.
  • Werbeblocker nutzen, um Unterbrechungen durch Werbung zu vermeiden.
  • Mail- und Chatprogramme schließen, um Datenschutzverstöße zu verhindern.

Ausfälle und Notfall-Checkliste:

In der Praxis treten häufig technische Probleme auf:

  • Akku-Geräte vermeiden - Kabelverbindungen sind stabiler.
  • WLAN testen - ggf. auf eine Kabelverbindung umsteigen.
  • Gerät aus- und einstecken, Steckplatz prüfen. Probiert ggf. einen anderen Steckplatz aus.
  • Reicht die Stromversorgung?
  • Hat das Gerät einen Einschalter oder eine Stummschaltung?
  • Sound-Einstellungen kontrollieren (richtige Quelle auswählen). Ist in der Sound-Einstellung vom Betriebssystem immer noch das richtige Gerät ausgewählt? (Kann sich im Verlauf ggf. einfach umstellen und ist immer zum Ist-Zustand zu prüfen.)
  • Soundkarte verbaut? Wird die noch erkannt oder gibt es Probleme mit der Kompatibilität der Geräte?
  • Browser-Tab-Stummschaltung und Rechtevergaben prüfen. Anwendungen im Browser: ist das richtige Gerät als ausgewählt? 
  • Kompatibilität mit Betriebssystem und Anwendungen testen.
  • Falls nötig: Mikrofon- oder Kameratreiber deinstallieren und neu installieren.

Ein Vorbereitungsraum für technische Checks vor der Schulung kann viele Probleme bereits im Vorfeld lösen.

Tipp: Kostenfreie Online-Testräume gibt es bei manchen Anbietern – einfach online danach suchen!

Tipp: Mikrofon + Webcam mit Mikrofon kann z.B. für Probleme beim Ton verantwortlich sein.

  • Aus der Praxis: Bei mir ist bei einem Termin das Mikrofon ausgefallen. Bei einem Termin am Vortag ging es noch und am anderen Tag war es in allen Programmen und in den Freigaben aktiv, hat aber in dem einen Programm nicht mehr funktioniert. Auch das erneuern der Rechte usw. hat dabei nicht geholfen. Ursache unbekannt, da es sonst immer funktioniert. Rechnet also mit allem möglichen und habt eine Checklist für Ausfälle und Alternative Lösungen. Es kann aber immer vorkommen, dass es nicht zu lösen ist.

Für Arbeitsmaterial für die Berufsschule

  • Dünne Hefter. Man kann auch dicke Ordner nehmen, aber ein Schulfach lässt sich leicht in Abschnitte aufteilen, z.B. Lernfelder, oder Prüfungsvorbereitungen. Alles zu separieren, kann da einfacher und leichter sein.
  • Aktentaschen und Mappen: halten stabil und bieten mehrere getrennte Fächer an, die man auch beschriften kann.  
  • Ringblock: Ist klar, aber war mir immer extrem wichtig. Gelochte Blätter gehen auch direkt in die Hefter.
  • Tacker, der ohne Tackernadeln funktioniert. Man bekommt oft Blätter ausgeteilt und kann die so einfach an Notizblätter anheften. So braucht man sich keine Gedanken um Tackernadeln machen und spart ggf. etwas Gewicht und Platz.
  • Laptop + USB-Sticks. Zu meiner Ausbildungszeit hatte kaum jemand einen Laptop. Bei Schul-PCs muss man über die Sicherheitsrisiken nachdenken.

Ein Tipp wäre ein Diktiergerät, aber das ist aus Datenschutzgründen nicht erlaubt, außer alle Stimme zu. Denkt auch daran, wenn Ihr darüber nachdenkt, Unterrichtseinheiten mit Smartphones oder Laptops aufzuzeichnen. Auch per Transkripts von der KI mitschreiben zu lassen, bleibt beim Datenschutz hängen - ist aber vielleicht mit einem Datenschutzkonformen Schulkonto der benötigten Software eine der besseren Lösungen. 

 

Fürs Lernen

  • Karteikarten: zur Prüfungsvorbereitung sehr praktisch. Inhalte aufbereiten und aufs Wesentliche kürzen, dann auf die Karten bringen.
  • Diktiergerät um Inhalte zu wiederholen: Gedanken sind oft schneller als man mit notieren hinterherkommt. Mitsprechen hilft ggf.
  • Scanner mit OCR (Schrifterkennung): es gibt auch portable Varianten. Damit könnt Ihr Mitschriften digitalisieren, sofern ihr ordentlich schreibt.
  • Fächer, also Boxen, oder Halter mit Etagen - für jedes Schulfach ein Fach zur Ablage.

No-Gos:

  • Kugelschreiber, bzw. Tinte, die man ausradieren kann. Diese Tinte kann unter Lichteinfluss die Farbe verlieren. Auch sind solche Stifte nicht Prüfungsecht. Was kann passieren? Mitschriften sind nicht mehr lesbar oder eine abgegeben Prüfung kann nicht mehr benotet werden. Solche Fälle gab es wohl schon an Schulen.

Ja, ich habe auch Kugelschreiber mit entfernbarer Tinte in der Berufsschule genutzt, aber nur für Notizen. Tatsächlich hält die Tinte bis heute (2012-2025) auf dem Papier, aber es kann auch schief gehen. 

  • Bunte Tinte für Prüfungen und Abgaben. Sofern nicht mit Lehrkräften abgesprochen, kann dies Probleme geben, da Lehrkräfte sich Farben zur Benotung und Markierung freihalten.

FaMIlinks stellt Informationen zum Thema Arbeiten in der Bibliothek bereit: Infos zum Alltag und Tipps bzgl. Fortbildungsseiten. Ursprünglich war FaMIlinks ein Wordpress Blog, mit einer Themensammlung zum Ausbildungsberuf "Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste" (FaMI) in der Fachrichtung Bibliothek und diente als alternative Lernmethode, um Inhalte durch erneutes Aufschreiben einzuprägen. Inhalte zur Ausbildung sind allerdings recht Zeitaufwendig in der Nachbearbeitung und ggf. nicht mehr aktuell genug, daher gibt es hier eher allgemeine Inhalte.

Quellen:

Sofern nicht anders ausgewiesen: Berufsausbildung (Unterricht & Betrieb) & berufliche Praxis. (Regelwerke:) RAK-WB, RDA.

(Literatur:)  [1] Bibliothekarisches Grundwissen / Klaus Gantert ; Rupert Hacker ; 8., vollst. neu bearb. und erw. Aufl. ; K. G. Saur Verl. ; 2008 - ISBN 978-3-598-11771-8 (Online Module:) http://moodle.d-nb.de ; http://moodle.d-nb.de/course (Stand 28.11.2012)

 


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